Laut einem unbestätigten Bericht möchte Volkswagen in Zukunft Elektroautos aus China nach Deutschland holen – und das schon nächstes Jahr. Für Deutschland könnte das günstigere VW-Elektroautos bedeuten.
Es tauchen erste Gerüchte auf, dass Volkswagens Umstrukturierung in China auch Folgen für den europäischen Markt hat. In Zukunft könnten in China entwickelte und produzierte Modelle nach Deutschland transportiert werden. Bestätigt wurde offiziell noch nichts, doch sollte sich der Bericht als wahr herausstellen, dann könnten bereits nächstes Jahr neue VW-Elektroautos die Straßen erobern.
Laut einem Bericht vom "Handelsblatt" wurde bei Volkswagen intern geprüft, ob der Verkauf von China-Modellen auch auf dem europäischen Markt funktionieren würde. Jetzt greift sogar das Online-Magazin "CarNewsChina" das Thema auf und nennt konkret Modelle, die bald schon in Europa verkauft und hergestellt werden könnten.
Entwickelt in nur 36 Monaten für den chinesischen Markt, basiert dieses neue ID. Era-Modell auf der von Volkswagen entwickelten Compact Main Platform. Das ist eine spezielle Elektroauto-Fahrzeugarchitektur, die als kostengünstige Basis für die chinesische Elektroauto-Architektur dient. Als reines batterieelektrisches Fahrzeug (BEV) wird das 4,56 Meter lange und 1,89 Meter breite Auto eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie von CATL besitzen. Während der Motor laut Bericht 155 Kilowatt leistet, sind Reichweite und Batterie-Kapazität noch nicht bekannt. Laut CarNewsChina wird das Modell im vierten Quartal 2026 in China erhältlich sein.
Zwei Herzen besitzt dagegen der ID. Era 5S als Plug-in-Hybrid-Sedan. Mit 4,8 Metern Länge und 1,88 Meter Breite ist dieser Sedan etwas größer als der ID. Era 5X, er hat dafür allerdings auch einen 1,5-Liter-Verbrennungsmotor (80 Kilowatt) und einen Elektromotor (130 Kilowatt) mit einer angeblichen Reichweite von 160 Kilometern. In Kombination der beiden Motoren soll so bei vollem Tank eine Reichweite von 2.000 Kilometern möglich sein. Achtung: Direkt vergleichen lassen sich die Reichweiten mit europäischen Modellen nur schwer, da es sich hierbei um den chinesischen Test-Standard CLTC handelt. In Europa wird vor allem der WLTP-Standard verwendet.
Der ID. Era 5S könnte den europäischen Markt besonders interessieren, da bereits der chinesische BYD Seal U DM-i als Plug-In-Hybrid SUV überzeugen konnte. Vorbestellbar ist der Sedan in China ab dem 11. August.
Dieser Sedan bildet die Spitze von Volkswagens China-Strategie. Es ist das zweite Auto, welches in Kooperation mit dem chinesischen Elektroautohersteller Xpeng entstanden ist. Es ist eine 5,08 Meter lange, vollelektrische Oberklasse-Limousine, die Volkswagen im April 2026 auf der Auto China vorgestellt hat. Bis zu 530 PS (370 Kilowatt) Leistung soll das Fahrzeug haben und eine 800-Volt-Architektur, die sehr schnelles Laden ermöglicht. Die Batterie wird wahrscheinlich 82 Kilowattstunden oder 95 Kilowattstunden haben.
In nur 24 Monaten sollen Volkswagen und Xpeng die Luxus-Limousine entwickelt haben. Dabei setzten auch sie auf CATL Lithium-Eisenphosphat-Batterien, wobei auch bei diesem Modell noch keine Reichweite angegeben wurde. Auf dem chinesischen Markt wird das Flaggschiff vermutlich in der zweiten Hälfte des Jahres auftauchen.
Von allen vorgestellten Modellen beschreibt CarNewsChina den Volkswagen ID. Era 9X als wahrscheinlichstes, europafähiges Modell. Die interne Prüfung, die vom Handelsblatt beschrieben wird, bezieht sich genau auf dieses Modell. Volkswagens größter SUV mit 5,2 Metern Länge wird seit März 2026 exklusiv in China angeboten. Es ist das erste VW-Modell mit Range-Extender-Technik, hat sechs Sitzplätze und maximal bis zu 517 PS. Der Einstiegspreis reicht umgerechnet von etwa 41.000 bis 49.000 Euro. Der ID. Era 9X gilt in Europa als Elektroauto mit einem eingebauten Zusatzmotor, wobei der Verbrennungsmotor nicht die Räder antreibt, sondern ausschließlich als Generator für den Elektromotor oder die Batterie dient.
In Kombination hat er eine maximale Reichweite von 1.000 Kilometern, wobei er wahlweise eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie oder eine Nickel-Mangan-Cobalt-Batterie besitzt. Damit hat auch dieser Luxus-SUV eine 800-Volt-Architektur.
Volkswagen kann durch die eigene chinesische Unternehmensstruktur neue Modelle schneller und kostengünstiger entwickeln und auf den Markt bringen. Doch möchte das Unternehmen dieselben Modelle auf den europäischen Markt bringen, müssen die Autos signifikant angepasst werden. Benutzte Materialien, Software und Hardware müssen den europäischen Standards und Regulierungen gerecht werden, während der Import von chinesischen batteriebetriebenen Fahrzeugen zusätzlich von Tarifen und Zöllen belegt ist.
Auch die Veröffentlichung des elektrischen ID. Tiguan als Nachfolger des ID.4 auf dem europäischen Markt wirkt kritisch für neue Importe aus China. Das aktuelle Preisniveau für den kommenden ID. Tiguan wird auf 43.000 Euro geschätzt – und das ist nur der Preis für das Basismodell. Schafft es Volkswagen, solche chinesischen Modelle zu importieren, dann könnten sie bald direkt mit BYD konkurrieren. Natürlich gibt es zum jetzigen Zeitpunkt weder eine Bestätigung noch irgendwelche europäischen Preise für Importe, doch interessant wäre es allemal, diese Autos auf deutschen Straßen zu sehen
Früher exportierte Volkswagen deutsche Technik nach China, heute haben sich die Rollen getauscht. Das ist auch im Hinblick auf den Xiaomi SkyNomad ersichtlich, denn dieser große SUV soll bei einem Road Trip richtig viel Comfort bieten.
2026-08-10T12:13:24Z