Nachfrage nach E-Autos
Jahr für Jahr nimmt die Zahl der Autos mit Elektroantrieb in Stadt und Landkreis Kassel deutlich zu. Grund dafür sind vermutlich auch die steigenden Kraftstoffpreise.
Kassel – Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen: Zum Jahresbeginn waren im Kasseler Stadtgebiet 4240 reine Elektrofahrzeuge zugelassen. Zum Stichtag fünf Jahre zuvor waren es laut Kraftfahrt-Bundesamt noch 656. Die Zahl der reinen Elektrofahrzeuge hat sich in Kassel somit innerhalb von fünf Jahren mehr als versechsfacht.
Noch deutlicher ist der Anstieg im Landkreis Kassel. Zum 1. Januar dieses Jahres waren dort mehr als siebenmal so viele rein elektrisch betriebene Autos zugelassen wie fünf Jahre zuvor (2021: 984 E-Autos, 2026: 7141 E-Autos).
Für das erste Halbjahr dieses Jahres liegen unserer Zeitung nur hessenweite Zulassungszahlen vor. Auch diesen lässt sich aber entnehmen, dass die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Autos so hoch ist wie nie zuvor. Im ersten Halbjahr 2026 sind in Hessen 34.579 rein elektrisch betriebene Autos neu zugelassen worden. Das liegt deutlich über der Zahl der Zulassungen aus den Vergleichszeiträumen der Vorjahre (1. Halbjahr 2025: 25.418 Zulassungen).
Auch bei Hybridfahrzeugen ist eine gestiegene Nachfrage zu verzeichnen, weshalb im ersten Halbjahr 2026 in Hessen der Anteil der neuzugelassenen Autos mit alternativem Antrieb bei 65 Prozent lag.
Alexander Kropf von der Autohaus-Gruppe Glinicke teilt dazu auf Anfrage mit: „Diese Entwicklung spüren wir bei Glinicke auch im Kundenverhalten. Das Interesse an Elektrofahrzeugen nimmt weiter zu.“
Grund für die veränderte Nachfrage sei insbesondere der Anstieg bei den Kraftstoffpreisen. Laut Bundeskartellamt lag Anfang August der deutsche Tagesdurchschnittspreis für einen Liter Diesel bei 2,21 Euro. Anfang August 2021 lag der Tagesdurchschnittspreis für Diesel bei 1,40 Euro pro Liter.
„Gleichzeitig hat sich die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Das Angebot ist heute wesentlich breiter und umfasst für nahezu jeden Einsatzzweck passende Modelle“, sagt Alexander Kropf von Glinicke. Eine Studie unter anderem der Fraunhofer-Gesellschaft kam zu dem Ergebnis, dass die Preise für reine Elektrofahrzeuge zwischen 2020 und 2025 inflationsbereinigt um etwa 18 Prozent sanken. Ohne Berücksichtigung der Inflation seien die Preise für E-Autos nahezu konstant geblieben, während die Preise für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor um etwa 24 Prozent gestiegen seien.
Derzeit gibt es nach Angaben der Stadt in Kassel etwa 290 Standorte, an denen Menschen ihr E-Auto laden können. Die Zahl der Ladepunkte liegt bei 654 und hat laut Bundesnetzagentur in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2024 lag die Zahl der Ladepunkte im Stadtgebiet noch bei 534. Im Jahr 2022 gab es 323 Ladepunkte. Seitdem hat sich die Zahl der Ladepunkte in Kassel somit verdoppelt.
Wichtig für die Kaufentscheidung sei auch die Ladeinfrastruktur, betont Alexander Kropf. „In der Region ist inzwischen ein weitgehend sorgenfreies Fahren mit einem Elektrofahrzeug möglich, sodass Reichweiten- und Ladebedenken für viele Käuferinnen und Käufer deutlich an Bedeutung verloren haben.“
Seit Jahresbeginn gibt es für E-Autokäufer zudem ein Förderprogramm der Bundesregierung.
2026-08-12T04:29:43Z