KULTMARKE VERSCHWAND VOR 15 JAHREN – JETZT KOMMEN DIE LETZTEN AUTOS UNTER DEN HAMMER

Ende einer Legende

Kultmarke verschwand vor 15 Jahren – jetzt kommen die letzten Autos unter den Hammer

Sie waren nie für die Öffentlichkeit gedacht: Jetzt werden die allerletzten Saab-Fahrzeuge versteigert. Es sind keine gewöhnlichen Autos.

Trollhättan – Borgward, Rover, Pontiac: Alle diese Marken sind schon lange Geschichte. Auch der legendäre schwedische Autobauer Saab teilt dieses Schicksal. Auf dem Höhepunkt arbeiteten rund 10.000 Menschen in Trollhättan. 2011 endete die reguläre Produktion, 2014 wurden noch einmal wenige Hundert Autos produziert, dann war endgültig Schluss. Doch bis heute befanden sich noch einige ganz besondere Saab-Modelle auf dem ehemaligen Werksgelände. Es sind die letzten ihrer Art. Die allerletzten Saabs, die jemals das Werksgelände verlassen werden.

Demnächst kommen die Fahrzeuge auf der schwedischen Auktionsplattform klaravik.se unter den Hammer. Bei drei der Fahrzeuge handelt es sich um Saab 9-3 Aero der Modellreihe 2014 – Benziner mit niedrigen Fahrgestellnummern und damit unter den letzten Serienfahrzeugen, die jemals in Trollhättan produziert wurden. Einer in Silber mit knapp 18.500 Kilometern, einer in Schwarz mit rund 39.000, ein weiterer silberner mit fast 59.000. Alle drei wurden intern als Vorserienfahrzeuge genutzt.

Saab-Fahrzeuge geben Einblick in eine Zukunft, die nie kam

Dazu kommen vier Entwicklungsfahrzeuge, die zeigen, wohin die Reise nach dem Saab-Aus noch hätte gehen sollen. Ein elektrischer 9-3, in China gebaut, aber in Trollhättan entwickelt. Ein 9-3 Aero mit GPS, Lidar und Kameras – genutzt, um Straßendaten für die Entwicklung autonomen Fahrens zu sammeln. Ein Allradprototyp mit vier Radnabenmotoren, bei dem der Antrieb direkt in den Rädern sitzt. Und ein getarnter 9-3-Prototyp mit einem Verbrennungsmotor als Range-Extender zur Reichweitenverlängerung.

Auktion in Schweden: Seltene Gelegenheit für Saab-Fans

Was diese Fahrzeuge so besonders macht: Sie waren nie für die Öffentlichkeit gedacht. Prototypen und Vorserienmodelle sind Arbeitswerkzeuge – gebaut, um Technologien zu testen, Grenzen auszuloten, Systeme zu kalibrieren. Dass sie nun überhaupt versteigert werden, ist eine Ausnahme.

Alle sieben Fahrzeuge gehen ohne Mindestgebot an den Start – das macht die Auktion für Sammler und Saab-Enthusiasten weltweit zur echten Chance. Am 30. Mai endet die Auktion mit einem öffentlichen Event direkt am Werkstor in Trollhättan. Kostenlos, für jeden. Eine letzte Gelegenheit, die Fahrzeuge an ihrem Ursprungsort zu sehen – bevor sie die Fabrik für immer verlassen. (Quelle: Klaravik.se, eigene Recherche) (sop)

2026-05-13T09:25:54Z