Eine neue Untersuchung zeigt, dass sich einige Unfallmuster von Elektroautos von denen klassischer Verbrenner unterscheiden. Insgesamt gelten Elektroautos zwar als mindestens genauso sicher, trotzdem scheinen Fahrer*innen bestimmte Fehler auffällig oft zu passieren.
Die Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt, dass Elektroautos ähnlich häufig in Unfälle verwickelt sind wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Auffällig sind aber Zusammenstöße beim Anfahren, Rückwärtsfahren oder Abbiegen, wie aus einer Pressemeldung hervorgeht. „Unsere Untersuchung bestätigt Hinweise darauf, dass Fußgängerinnen und Fußgänger E-Autos in solchen Situationen schlechter wahrnehmen“, sagt UDV-Leiterin Kirstin Zeidler.
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft das sogenannte One-Pedal-Drive – also das System, das ermöglicht, dass Fahrer*innen nur mit dem Gaspedal beschleunigen und bremsen können. Laut der Untersuchung kann diese Fahrweise in Stresssituationen nämlich zu Pedalverwechslungen führen. „Die Studie legt nahe, dass die Gewöhnung an diese Fahrweise in Notsituationen eine Pedalverwechslung begünstigen kann“, so Ziedler. Besonders oft betrafen solche Unfälle vor allem Fahrer*innen ab 75 Jahren.
Die Studie nennt aber auch Vorteile. So schützen kleinere Elektroautos ihre Insassen bei Unfällen oft besser als vergleichbare Verbrenner. Das wiederum liegt unter anderem am höheren Fahrzeuggewicht und an moderner Sicherheitstechnik. Gleichzeitig fahren E-Autofahrer*innen laut Untersuchung im Durchschnitt vorsichtiger und verlieren seltener die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Auch Alkohol- und Drogenunfälle kommen laut den Forschenden seltener vor.
Die Forschenden sehen deshalb keinen Grund, an Elektroautos zu zweifeln. „Unsere Ergebnisse sind ausdrücklich kein Argument gegen E-Mobilität“, betont Zeidler. Stattdessen empfehlen die Expert*innen Verbesserungen bei den Fahrgeräuschen und bei den Warnhinweisen für die Fahrbereitschaft.
Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
2026-07-01T16:18:33Z